Voraussetzungen zur Teilnahme an unseren Betriebsratsschulungen
Gemäß § 37 Abs. 6 i.V.m. § 40 Abs. 1 BetrVG hat jedes Betriebsratsmitglied einen gesetzlichen Anspruch, für die Teilnahme an Schulungs und Bildungsveranstaltungen von seiner beruflichen Tätigkeit befreit zu werden, wenn bei diesen Veranstaltungen Kenntnisse vermittelt werden, die für die Arbeit des BR erforderlich sind.

An welchen Seminaren darf ein Betriebsrat teilnehmen?
gewisses Grundwissen vor allem Dies richtet sich zunächst nach der individuellen Schulungsbedürftigkeit des einzelnen Mitglieds. Für jedes Mitglied ist ein an allgemeinen, rechtlichen und wirtschaftlichen Kenntnissen notwendig. Jede Schulung muss für das einzelne Mitglied erforderlich sein. Dies gilt auch für die Wiederholung oder Vertiefung bereits vorhandener Kenntnisse.

Grundlagenseminare
Für jedes BR-Mitglied sind Kenntnisse über die Organisation der BR-Arbeit und die gesetzlichen Aufgaben des BR erforderlich. Ebenso wichtig sind Grundkenntnisse im Arbeitsrecht. Unsere BR-Seminare vermitteln das unbedingt notwendige Wissen im Betriebsverfassungs- und Arbeitsrecht.

Nach der Rechtsprechung darf das neugewählte BR-Mitglied Seminare zur Einführung in das BetrVG und zur Einführung in das allgemeine Arbeitsrecht von jeweils ca. 10 Tagen besuchen, wenn es über derartige Grundkenntnisse nicht verfügt (BAG-Urteile vom 07.06.1989, 16.10.1986, 15.05.1986).

Auch Ersatzmitglieder des BR, die anstelle eines ausscheidenden Mitgliedes in den BR endgültig nachrücken oder die des öfteren zu den Sitzungen eingeladen werden, können an diesen Schulungen teilnehmen (Beschluss des BAG vom 19.09.2001).

Wirtschaftliches Grundwissen für Betriebsräte
Der BR benötigt ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, Abläufe, Kennzahlen und Kostenfolgen. Ohne wirtschaftliches Verständnis ist der BR kein gleichwertiger Gesprächspartner für den Unternehmer (LAG Baden Württemberg 08.11.1996).

Mobbing
Die Teilnahme an einem Mobbing-Seminar kann durchaus erforderlich sein, wenn sich der BR im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgabenstellungen damit auseinandersetzen muss und wenn betriebliche Konfliktlagen bestehen. Der BR muß sich sachgerecht mit den Beschwerden der Arbeitnehmer auseinandersetzen können und Konfliktsituationen beseitigen helfen. Dies verlangt Kenntnisse über Ursachen und Verläufe von Mobbing-Geschehen (BAG Urteil v. 15.01.1997).

Spezialseminare
Für die Vermittlung von Spezialkenntnissen kommt es auf die konkrete Situation im Betrieb an, ob der Betriebsrat diese speziellen Kenntnisse benötigt, um seine Aufgaben sachgerecht wahrnehmen zu können.

Kommunikationstechniken / Verhandlungsführung
Ergeben die betrieblichen Verhältnisse, dass der BR seine gesetzlichen Aufgaben nur erfüllen kann, wenn die rhetorischen Fähigkeiten und die schriftlichen Kommunikationstechniken bestimmter BR-Mitglieder durch die Teilnahme an solchen geeigneten Schulungsveranstaltungen verbessert werden, so können diese Schulungen erforderlich i.S. von § 37 Abs. 6 BetrVG sein.

Dies gilt insbesondere für Betriebsratsmitglieder, die typischerweise regelmäßig in Verhandlungssituationen stehen (z. B. Betriebsratsvorsitzende, Stellvertreter oder auch Vorsitzende von Ausschüssen).